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Olaf Metzel

Sprachgitter

4. 10. 2009 – 17. 1. 2010

Olaf Metzel greift in ortspezifischen Installationen immer wieder zeitgeschichtliche, häufig explizit politische Themen auf und erregt damit vor allem im öffentlichen Raum Aufsehen. So wurde er mit seinem Beitrag zum Berliner Skulpturenboulevard 1987 schlagartig bekannt. Auf dem Kurfürstendamm installierte der in Berlin geborene Künstler die Skulptur 13.4.1981, eine Auftürmung von Polizeiabsperrgittern und Einkaufswagen, und spielte damit auf die gewalttätigen Unruhen Anfang der 80er Jahre an. Gefährdung, Bedrohung oder Zerstörung ist jedoch nicht nur wiederkehrendes Motiv von Metzels Arbeiten, sondern gleichermaßen ästhetisches Programm und bildhauerische Technik. Viele Installationen scheinen aus Akten der Gewalt – Kämpfen oder Explosionen – hervorgegangen zu sein und bestehen aus Fragmenten und Trümmern alltäglicher Gebrauchsgegenstände wie Fahrradständern, Glas oder Stühlen. Spannung beziehen Metzels Skulpturen, die häufig aus Stahl oder Beton bestehen, nicht zuletzt aus dem Gegensatz zwischen der Schwere des Materials und einem optischen Eindruck von Leichtigkeit: Als filigrane, transparente, hoch aufgetürmte und fragile Spiral- oder Gitterstrukturen halten sie ein prekäres, von stetem Kollaps bedrohtes Gleichgewicht. Metzel nahm an der documenta 8 (1987) und Skulptur Projekte Münster (1987 und 1997) teil; bedeutende Einzelausstellungen widmeten ihm in jüngster Vergangenheit die Pinakothek der Moderne München (2003), die Hamburger Kunsthalle und die Staatsgalerie Stuttgart (beide 2006) sowie das von der Heydt-Museum, Wuppertal (2007). Metzel lehrt seit 1990 an Münchner Akademie der Bildenden Künste, der er von 1995 bis1999 als Direktor vorstand. Für die Synagoge Stommeln realisierte Olaf Metzel die Installation Sprachgitter, die dort seit dem 4. Oktober zu sehen ist.

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Diashow (3 Bilder)

Olaf Metzel, Sprachgitter, Foto: Fritz Barth

Olaf Metzel, Sprachgitter